Bund fördert Gemeinde Bad Essen mit 4,5 Millionen Euro

Für Schullandheim und Sonnenwinkel

Das Schullandheim in Barkhausen wird erweitert. Archivfoto: Ehlerding Stiftung
Das Schullandheim in Barkhausen wird erweitert. Archivfoto: Ehlerding Stiftung
Der Bund stellt in seinem Haushaltsplan für 2018 Mittel für zwei Projekte in der Gemeinde Bad Essen zur Verfügung. Die Förderung liegt bei insgesamt 4,5 Millionen Euro. Dies teilt der Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Osnabrück, André Berghegger, mit.

Die Entscheidung darüber hat der Haushaltsausschuss in seiner sogenannten Bereinigungssitzung zur abschließenden Beratung des Haushaltes für 2018 getroffen. Berghegger gehört seit 2013 dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages an. Er ist dort mittlerweile Obmann der CDU/CSU-Fraktion.


Barkhausen und Essenerberg
Bei den beiden Projekten handelt es sich um das Schullandheim Barkhausen und die Familienferienstätte Haus Sonnenwinkel. Für Barkhausen ist eine Förderung von 2 Millionen Euro vorgesehen, für Haus Sonnenwinkel sogar ein Zuschuss in Höhe von 2,5 Millionen Euro aus der Bundeskasse. Die Mittel hierfür werden im Etat des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereitgestellt.

Erweiterung der Bettenzahl
Durch die Fördergelder werden nun dringende bauliche Maßnahmen ermöglicht. „Für beide Projekte ist dabei insbesondere auch eine Erweiterung der Bettenzahl vorgesehen. Sowohl im Schullandheim, als auch in der Familienferienstätte reichen die Kapazitäten nicht mehr aus, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden und zugleich einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen“, so der Abgeordnete. Außerdem sollen laut Berghegger beide Einrichtungen künftig besser auf Inklusionsgruppen vorbereitet sein, um gerade auch jungen Menschen mit Behinderung einen unbeschwerten Aufenthalt zu ermöglichen.
 
Unterschiedliche Ausgangslage
Die Ausgangslage in Barkhausen und auf dem Bad Essener Berg ist allerdings unterschiedlich. Der Aus- und Umbau des Schullandheims wird bereits konkret geplant. Das Ziel: Es soll ein ganzheitlicher Lernort entstehen, der die Aspekte Qualitätsunterbringung, regionales, ausgewogenes Essen und handlungsorientiertes lebenslanges Lernen in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung und Umweltbildung verbindet. In unterschiedlichen Bauabschnitten sollen neben dem Umbau des Haupthauses neue Gästehäuser für Kinder und Jugendliche sowie eine Bildungs- und Begegnungsstätte entstehen. Angestrebt wird, dass zukünftig jährlich mehr als 5.000 junge Gäste mit den durch die Ehlerding Stiftung geförderten erlebnispädagogischen Programmen zu erreichen.
 
Ein Architektenwettbewerb 
Inzwischen wurde ein Architektenwettbewerb durchgeführt, den die Stiftung ausgeschrieben hatte. Im Rahmen der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen des Schullandheims wurde der Vorentwurf erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und der Architekt Jens Giesecke von Ingrid Ehlerding mit dem ersten Preis ausgezeichnet.
 
Wie sieht es auf dem Bad Essener Berg aus? Tim Ellmer, Geschäftsführer der Kinderhaus Wittlager Land gGmbH: „Vergangenes Jahr haben wir Anfragen in fast sechsstelliger Höhe absagen müssen, weil das Haus zu den gewünschten Zeitpunkten schon voll war. 70 Betten sind dauerhaft auch zu wenig, um den Sonnenwinkel kostendeckend zu betreiben“. Die Familienferienstätte soll also erweitert werden. Die Gesamtkosten liegen laut Ellmer bei etwa 7,5 Millionen Euro. Für Familienferienstätten gibt es eine Investitionskostenförderung im Rahmen einer Drittelregelung: Bund, Land und Träger übernehmen je ein Drittel der Kosten. Da aber fast kein Bundesland die Mittel für investive Förderungen bereitstelle, (Niedersachsen 80000 Euro für 2018), könnten auch die Bundesmittel nicht abgerufen werden. „Der Eigenanteil wird durch weitere Förderungen vermutlich noch reduziert. Ein externes Unternehmen überprüft die Wirtschaftlichkeit über sechs Jahre. Wir könnten 2019 beginnen, aber Voraussetzung ist, dass die Einschätzung positiv ausfällt“, sagte Ellmer – und dass das Land Niedersachsen ebenfalls Gelder bereitstelle.

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