Dissener CDU hadert mit Stadt Osnabrück und Homann

Jahresempfang im Jazz-Club

Eine „runde Sache“, der CDU-Jahresempfang in Dissen mit Erdbeeren, Kanapees und Smal Talk (v.l.): CDU-Vorsitzender Heiner Prell, Stefanie Hörning (Ratsfraktionsvorsitzende, CDU ), Bundestagsabgeordneter André Berghegger (CDU), Landtagsabgeordnete Gerda Hö
Eine „runde Sache“, der CDU-Jahresempfang in Dissen mit Erdbeeren, Kanapees und Smal Talk (v.l.): CDU-Vorsitzender Heiner Prell, Stefanie Hörning (Ratsfraktionsvorsitzende, CDU ), Bundestagsabgeordneter André Berghegger (CDU), Landtagsabgeordnete Gerda Hö
„Dissen im Blick - gemeinsam erfolgreich!“ Nach dem Wahlerfolg bei den Kommunalwahlen 2016 mit diesem Slogan geht die CDU in Dissen trotz Krankenhausschließung und drohender Homann-Standortverlegung mit großem Optimismus in die Endphase des Bundestagswahlkampfes im September.

Das wurde beim traditionellen Jahresempfang im Jazz-Club in den Ansprachen des Vorsitzenden Heiner Prell und der Fraktionsvorsitzenden Stefanie Hörning vor 120 Gästen sehr deutlich. Das erste Gedenken jedoch noch vor dem offiziellen Teil galt dem am Freitag verstorbenen Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. „Lassen Sie uns einen Moment innehalten“, bat Prell seine Zuhörer und erinnerte an den Kanzler der Deutschen Einheit. Dem pflichtete Bundestagsabgeordneter André Berghegger (CDU) als Gastredner des Empfanges bei. Kohl habe zusammengeführt und großes Vertrauen in der Welt genossen, sagte er: „Wir verneigen uns vor einem großen Europäer.“


Brutale Art und Weise
Krankenhaus und Homann - das seien zwei der bedeutendsten Themen in Dissen und der Region ringsum, befand Prell, und ging mit der Stadt Osnabrück hart ins Gericht. „Die Stadt Osnabrück hat auf brutale Art und Weise das Dissener Krankenhaus geschlossen, der aus dem Amt scheidende ‚Sanierer‘ wird in höchsten Tönen gelobt, und der Finanzchef der Stadt teilt mit, das Krankenhaus sei „abgängig“, Dissen „einfach zu weit weg vom Schuss“.
„Es tut weh, miterleben zu müssen, wie zu Lasten Dissens gehandelt wird“, fuhr Prell fort, „deshalb appelliere ich an Politik und Entscheidungsträger auf den verschiedensten Ebenen im Osnabrücker Land und darüber hinaus, wenn es um weitere Zusammenarbeit mit der Stadt Osnabrück geht, diese menschenverachtende Verhaltensweise nicht zu vergessen.“ Das Beispiel zeige, - und er zitierte aus der NOZ im Dezember 2015 „Schließung Dissener Krankenhaus“ - wie es wirklich um die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landkreis und Kommunen bestellt sei: ziemlich schlecht.

„Hart geackert“
Stefanie Hörning nahm das Geschehen um Homann aufs Korn: „Mit vielem haben wir gerechnet, aber doch nicht mit einer Standortverlegung.“ Man habe alle Voraussetzungen geschaffen, um Homann am Ort zu halten, Verwaltung und Landkreis hätten hart gearbeitet und geackert, um möglichst alle Wünsche von Homann zu erfüllen. Und dann habe der Müller-Konzern festgestellt, von allen möglichen Standorten sei Dissen der schlechteste. „Wir wollen das Beste für Dissen, wir wollen erfolgreich sein und sind hochmotiviert“, erklärte Hörning, „und dann werden wir vor Situationen gestellt, die wir überhaupt nicht beeinflussen können“. 
 
Hörning freute sich jedoch unter anderem auch über die Neuansiedlung des Global Players Claas, der im Herbst das neue Elektronikentwicklungszentrum fertigstellt. Daneben seien weitere Ansiedlungen privater und geschäftlicher Art in der Stadt in der Planung, das alles sei erfreulich. Daneben könne die Stadt stolz sein, für die vom Landkreis kritisierte IGS für Bad Rothenfelde und Dissen viel Geld in die Hand zu nehmen. „Gemeinsam werden wir weiterhin Dissen im Blick haben“, rief sie.
 
„Arg gebeutelt“
„Dissen ist arg gebeutelt“, meinte MdB Berghegger, als er nach Äußerungen zur bundesrepublikanischen und Weltpolitik zu kommunalen Themen Stellung bezog, „aber wir stehen an Ihrer Seite“. Er dankte dem anwesenden Homann-Betriebsrat Andreas Staede für dessen Einsatz, sprach daneben aber auch dem Albertine-Förderverein Respekt aus für sein unermüdliches Engagement mit der Freitagsdemo am Rathaus und wünschte viel Kraft dabei „bis zum guten Ende“.

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