Generalvikar Theo Paul Gast der Burstie in Melle-Gesmold

Zum Schmunzeln brachte Generalvikar Theo Paul die Zuhörer mit seinem teils launigen Vortrag. Foto: Norbert Wiegand
Zum Schmunzeln brachte Generalvikar Theo Paul die Zuhörer mit seinem teils launigen Vortrag. Foto: Norbert Wiegand
Neben Geselligkeit standen bei der Gesmolder Burstie Ansprachen im Mittelpunkt, die die enge Verbundenheit zwischen der politischen und kirchlichen Gemeinde thematisierten. Als dann nach 90 Minuten Vorprogramm unter der Femlinde die Diskussion eröffnet wurde, gab es nur noch zwei Anmerkungen von Bürgern.

Einer der 60 Teilnehmer der eigentlich ur-demokratischen Veranstaltung unter der Femlinde wies auf den geteerten Fußweg an der Hase hin, der erneuerungsbedürftig sei. Ein Sprecher des Fischereivereins regte nach einem witterungsbedingten Fischsterben an, die Else künftig etwas tiefer auszubaggern und Wurzeln zu entfernen.


Zuvor hatte Generalvikar Theo Paul als Gastredner auf die Geschichte Gesmolds im Bistum und allerlei Erfahrungen mit Gesmoldern aus der Sicht des Osnabrücker Doms zurückgeblickt. Den historischen Versammlungsort unter der Femlinde in Gesmold bezeichnete er als „kostbares Zeichen der Demokratie“. Vor allem ging er aber auf das Verhältnis von Politik und Kirche ein, in dem die Kirche die menschlichen, „weichen Faktoren“ betont. Kirche sei auch in säkularen Bereichen der Gesellschaft ein „Treiber von Engagement“ und sie könne „zu Entschleunigung und Gelassenheit beitragen“.
 
Kirche im Dorf lassen
Pastor Jörg Ellinger berichtete über neue Entwicklungen in der Pfarreiengemeinschaft wie anstehende personelle Veränderungen. „Bei der nächsten Gesmolder Kirmes wird erstmals – am Sonntag um 11 Uhr – eine Eucharistiefeier auf dem Kirmesplatz stattfinden“, kündigte er an. Die diesjährige Gemeindefahrt führe nach Polen und werde das Religiöse mit dem Geselligen verbinden. Zwischen den Ansprachen und Programmpunkten sorgte die Blechreiz Company für musikalische Unterhaltung.

„Uns geht es vergleichsweise gut“
Moderatorin Marlies Kellenbrink und Ortsbürgermeister Michael Weßler überreichten dem Pastor als Zeichen der guten Zusammenarbeit eine Altarkerze. Für das Küsterehepaar hatte die Ortsbürgermeistergattin wieder ein Brot gebacken, um die enge Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen.
„Uns geht es vergleichsweise gut“, charakterisierte der Meller Bundestagsabgeordnete André Berghegger die grundsätzlichen Lage in Deutschland und in der Stadt Melle. Manchmal würden kleine Probleme unnötig groß geredet. Dann helfe zur Beruhigung der Debatte der Ausspruch „wir sollten die Kirche lieber im Dorf lassen“, knüpfte er an die Rede von Theo Paul an.
„Um die Nachfrage nach Bauland abzudecken, muss bei der inneren Verdichtung verstärkt über Bauen in der zweiten Reihe nachgedacht werden“, ging Michael Weßler in seinem Bericht auf die Baulandentwicklung ein. Im Gewerbegebiet seien alle Flächen verkauft und überplant. Außerdem berichtete der Ortsratsvorsitzende über Pläne zur Sanierung der Ortsdurchfahrt, Vorteile der Flurbereinigung für den Hochwasserschutz und den vorgesehenen Leitungsausbau, der demnächst in schlecht versorgten Bereichen schnelleres Internet ermöglichen soll.
 
Aale und Kaviar
Weßler sprach von einer „zweizügig gesicherten Grundschule“ und einer „hundertprozentigen Auslastung von Krippe und Kita“. Verbesserungsbedarf sieht er dagegen beim Umkleidegebäude am Sportpark: „Die marode Heizungs- und Warmwasseranlage bedarf einer technischen Sanierung.“
Ein Höhepunkt der geselligen Veranstaltung ist stets die Versteigerung der Fischrechte an Else und Uhle. Auktionator Michael Weßler pries nicht nur den Reichtum an Rotfedern und Weißfischen in den Gesmolder Fließgewässern, er sprach auch von armdicken Aalen, Lachs, Stören und Kaviar.
Das 250 Meter lange nährstoffreiche Teilstück der Uhle unterhalb der Wellinger Kläranlage ersteigerte Bernd Meyer für 20 Euro. Jeweils 50 Euro mussten Hans-Kurt Kellenbrink, Verena Wulbusch und Melles Bürgermeister Reinhard Scholz für ihr jeweiliges Teilstück der Else bieten.
 
Als älteste Teilnehmer erhielten Heinrich Schröder (85), Heinz Dodt (83), Margret und Hermann Schuhmacher (81) sowie Heinrich Kampmann (80) jeweils ein Fläschchen Kräuterlikör.
 

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