Historische Orgel in Holte ist ein Sanierungsfall

Förderung aus Bundesprogramm

Die Orgel in St. Urban soll saniert werden. Bundestagsabgeordneter André Berghegger übergab jetzt einen Förderbescheid an den Vorsitzenden des Kirchenvorstands Reiner Scheidemann und Pastorin Astrid Bunselmeyer. Ebenfalls dabei: Hans-Georg Meyer Ten Thore
Die Orgel in St. Urban soll saniert werden. Bundestagsabgeordneter André Berghegger übergab jetzt einen Förderbescheid an den Vorsitzenden des Kirchenvorstands Reiner Scheidemann und Pastorin Astrid Bunselmeyer. Ebenfalls dabei: Hans-Georg Meyer Ten Thore
Die Orgel in der Holter Kirche St. Urban kränkelt hör- und sichtbar schon seit langem. Dank Bundesförderung ist nun Besserung in Sicht. Bundestagsabgeordneter André Berghegger (CDU) überbrachte einen Fördermittelbescheid. Mit dem Beginn der Sanierung wird jedoch erst im Frühjahr nächsten Jahres gerechnet. 

Dass es mit der Orgel in der Holter Kirche nicht zum Besten bestellt ist, musste Pastorin Astrid Bunselmeyer bereits während ihres Einführungsgottesdienstes im Juli 2014 erfahren: Ein „Hänger“, ein durch klemmende Züge ausgelöster Tonaussetzer,  habe die musikalische Begleitung kurzfristig zum Erliegen gebracht. Weiter sei es erst gegangen, als  Organist Ulrich Schlie die Orgel aus- und wieder angeschaltet hatte, berichtet Bunselmeyer. Seitdem ist sie mit dem Rettungsplan für die Orgel  beschäftigt, die 1971 in der Werkstatt des Osnabrücker Orgelbauers Johannes und Wolfram gebaut wurde und deren Leidensliste umfangreicher ist als gedacht: Der Orgelrevisor des Kirchenkreises attestierte eine unausgeglichene Intonation und Abnahme der Lautstärke in den höheren Tonlagen. Schimmelpilzbefall hat dem Kircheninstrument außerdem an verschiedensten Stellen zugesetzt.

Sanierung kostet 48.000 Euro
Damit soll nun bald Schluss sein: Bis zu rund 24.000 Euro stellt der Haushaltssauschuss des Bundes für die Sanierung zur Verfügung, die laut Gutachten des Orgelrevisors insgesamt mit rund 48.000 Euro zu Buche schlagen wird. Möglich gemacht hat die Förderung ein fünf Millionen Euro schweres Bundesprogramm zur Rettung historischer Orgeln. „Damit sollen nicht nur Projekte in großen Kirchen gefördert, sondern die Orgellandschaft in der Fläche unterstützt werden“, verdeutlicht André Berghegger die Zielsetzung des Programms. Astrid Bunselmeyer zeigte sich als Pastorin des rund 1000-Seelen-Kirchdorfs Holte erfreut über die Förderung: „Dass eine kleine Dorfgemeinde einen solchen Wert hat, ist ein wichtiges Signal.“
 
Die Bundesförderung ist eine Anschubfinanzierung. Unterstützt wird die Orgelsanierung außerdem von der Landeskirche und dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte. Dessen Vertreter Hans-Georg Meyer-Ten Thoren betonte beim Ortstermin deren Bedeutung für die Kirchengemeinde St. Urban: „Man wird die Orgel ganz neu hören und auch kirchenmusikalisch manches neu entwickeln können“, meinte er mit Blick auf die Veranstaltung von Kirchenkonzerten. Den restlichen Betrag wird die Gemeinde aus Eigenmitteln beisteuern können. Ermöglicht werde dies einmal mehr, wie Pastorin Bunselmeyer betonte, durch die hohe Spendenbereitschaft seitens der Gemeindemitglieder. Auch die Einnahmen aus einem Kirchgeld und dem über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Holter Weihnachtsmarkt seien in die Finanzierung der Orgelsanierung geflossen.

Im Rahmen der Sanierung sollen neben der Schimmelentfernung auch die Pfeifen neu gestimmt und damit eine komplette Neuintonation erreicht werden. Ebenfalls umgestaltet werde das Zusammenspiel von Registern und Pedalen, was die klangliche Bandbreite der Orgel positiv beeinflussen solle: „Ganz andere Stücke können dann gespielt werden“, kündigte Bunselmeyer an.  Die Pastorin hofft, dass die Orgel im Sommer 2018 wieder mit neuem Klang der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.
 

Nach oben