Bundestagsabgeordneter besucht Glandorfer Schüler

"EU soll sich um große Dinge kümmern"

Ein Besuch an der Ludwig-Windthorst Schule in Glandorf: CDU Bundestagsabgeordneter motiviert die Schüler sich selbst für den Fortbestand der EU einzusetzen, Foto: Andrea Pärschke
Ein Besuch an der Ludwig-Windthorst Schule in Glandorf: CDU Bundestagsabgeordneter motiviert die Schüler sich selbst für den Fortbestand der EU einzusetzen, Foto: Andrea Pärschke
Der CDU- Bundestagsabgeordnete André Berghegger hat am Montagmorgen die Ludwig-Windthorst-Schule in Glandorf besucht. Er nutzt die Chance für einen Appell an die Schüler.

Einen Appell, den er mit einer Erinnerung beginnt: „Als ich früher reiste, war vieles noch ganz anders als heute“, berichtet André Berghegger den Neunt- und Zehntklässlern der Ludwig-Windthorst-Schule: Ausweiskontrollen, der Tausch von Geld, sobald es über die Grenze ging, und möglichst kurz gehaltene Telefonate aus der Telefonzelle: Denn Telefonieren aus dem Ausland war teuer. Heute hat sich vieles geändert – auch zum Besseren. „Wir nehmen das als selbstverständlich hin“, sagt der CDU-Abgeordnete am Europatag, den viele Abgeordnete im ganzen Bundesgebiet nutzen, um politische Gespräche an der Schule zu führen – und sich den Fragen der Schüler zu stellen. André Berghegger appelliert heute an sie: „Bei der Fußball-WM hatten wir Millionen Trainer und zwölf Spieler“, so der Abgeordnete: In der Demokratie müsse das Verhältnis anders sein: „Wir brauchen mehr Spieler.“

Anfangs so euphorisch
„Die EU soll sich um große Dinge, große Fragen kümmern, nicht um die Krümmung einer Banane“, fordert der Bundestagsabgeordnete weiter. Es sei wichtig, nach außen zu kommunizieren, dass sich die EU auch mit wegweisenden Fragen befasse. Als Beispiel wählt er noch einmal die Reisefreiheit innerhalb der EU, die in den vergangenen Jahren nicht nur ein Vorteil für Touristen war: „Wir waren anfangs so euphorisch zu wachsen, zusammenzuwachsen“, so Berghegger. Darüber habe man die Sicherung der Außengrenzen des Schengen-Raums, der die meisten Länder der EU umfasst, vergessen. „Hier muss nachgebessert werden“, sagt er. Dabei geht es laut dem CDU-Mann nicht um Abschottung, sondern um sichere Außengrenzen: „Das ist ein Unterschied.“

Brexit
Angesprochen wird der Bundestagsabgeordnete von den Schülern unter anderem auch auf den Austritt Großbritanniens aus der EU. „Der Prozess ist eigentlich unumkehrbar eingeleitet“, sagt er, dem „angst und bange wurde“, als einen Tag nach der Abstimmung in Großbritannien – laut Google-Statistik – vor allem eine Frage in die Suchmaske eingegeben wurde: Was bedeutet der Brexit? Für ihn bedeute der Brexit vor allem auch das Problem Verbindungen, die über die Jahre entstanden seien, wieder „auseinanderzupuzzeln“.

EU bedeutet Frieden
„Meine Bitte an die nächste Generation, an euch, ist, dass ihr dabei helft, weiter für ein gemeinsames Europa zu arbeiten“, appelliert er schließlich. Denn neben der Bürokratie bedeute die EU vor allem wirtschaftliche Stärke und Frieden. „Zwischen den europäischen Ländern herrschte noch nie so ein friedliches Miteinander wie heute“, so André Berghegger. Es sei wichtig, sich regelmäßig darauf zu besinnen. Die Schüler jedenfalls fanden den Vormittag gut. „Es ist sehr interessant, man lernt immer dazu“, sagen die beiden Schülerinnen Corinna Beckemeyer und Alicia Shala. Und auch der Schulleiter Michael Fritze ist zufrieden: „Es ist immer gut und interessant, wenn jemand in die Schule kommt, der von seinen Erfahrungen berichtet.“

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