Guter Montag unter der Dicken Linde in Melle

Von Breitband bis Sandfang

249 Bueraner Bürger und Gäste erlebten den Guten Montag unter der Dicken Linde an der Hilgensele. Fotos: Conny Rutsch
249 Bueraner Bürger und Gäste erlebten den Guten Montag unter der Dicken Linde an der Hilgensele. Fotos: Conny Rutsch
Es klingt immer nach Volksfest, wenn die Grönegaumusikanten mit weit ins Dorf klingender Blasmusik den Guten Montag eröffnen. In diesem Jahr stand Dieter Finke-Gröne zum ersten Mal als Ortsbürgermeister am Mikrofon unter der Dicken Linde und führte durch die traditionelle Bürgerversammlung am letzten Montag im Juli.

Sein Plan, den Bürgern viel Raum für ihre Wortbeiträge zu bieten, ging auf.

Schon das Protokoll vom vergangenen Jahr war vom stellvertretenden Bürgerbüroleiter Michael Saffran auf 13 Minuten Lesezeit eingekürzt worden. Und auch die Grußworte von Melles Bürgermeister Reinhard Scholz, den Bundestagsabgeordneten Andrè Berghegger und Rainer Spiering fielen betont und sinnvoll kurz aus.
 
Einen eigenen Rück- und Einblick in die Bueraner Ortspolitik gab Dieter Finke-Gröne mit Themen wie Bau der 22 seniorengerechten Wohnungen im Zuge der Ortskernverdichtung, fehlendes Gewerbegebiet, Verkehrsberuhigung in der Kirchhofsburg sowie der Aktivitäten der Vereine und Institutionen. Danach klärte Arend Holzgräfe (FDP) über das ILE (Integrierte ländliche Entwicklung)-Programm für Buer auf. Für Buer habe man sich auf einige förderungswürdige Projekte unter anderem der Einrichtung eines Caravan-Stellplatzes, Bau barrierefreier Wege in der Kirchhofsburg sowie einer Bocciabahn entschieden.

Kaplan Kruse Thevarajah der katholischen Gemeinden St. Matthäus, Riemsloh, St. Annen, Sondermühlen und Buer stellte das Projekt mit acht ehrenamtlichen Mitarbeitern vor, die vor Ort die Gemeindearbeit lebendiger gestalten sollen. Pastor Ingo Krahn lud zum Tag des offenen Denkmals am 10. September in die Kirchhofsburg zu einem großen Kuchenmitbringbüffet ein, zu dem Karten im Pfarrbüro erhältlich sind. Er warb außerdem für die Kirchenvorstandswahl, zu der sich Gemeindeglieder bis Ende des Jahres bewerben können. Und: „Für die neuen Glocken für die Martinikirche sind nach einem Spendenjahr fast 100.000 Euro eingegangen“, berichtete er.
 
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Und dann bekamen die Bürger ihre Bühne:
Uwe Bressert verwies auf das für Rollstuhlfahrer nicht zugängliche Ehrenmal in Wetter sowie die Gefährlichkeit des Autobahnzubringers und die „für den Bildungsstandort Deutschland armselige Internetgeschwindigkeit“.
Schon zuvor hatte Rainer Spiering es als „Mordssauerei“ der Telekom bezeichnet, wie mit dem Breitbandausbau umgegangen werde.
 
Heinrich Steffen hatte auf seine humorvolle Art die Schwerpunkte kaputte Dorfglocke Bulsten, den nicht fertiggestellten Fahrradweg, den Teich bei Meyer zum Wischen im Redegepäck. Außerdem solle als Meller Attraktion der Märchenwald doch wieder instandgesetzt werden. Der daraufhin direkt angesprochene André Berghegger verwies diesbezüglich auf private Investoren. Und Reinhard Scholz betonte, er wolle den Bau des Fahrradweges „mit Vehemenz vorantreiben“.
 
Manfred Kloweit-Hermann bezichtigte Dieter Finke-Gröne, sein Amt als Ortsbürgermeister zwar in demokratischer Wahl legal erhalten zu haben, aber „mit dem Verrat Öznur Ilters an ihren Wählern und ihrer CDU-Stimme ist seine Wahl dann noch nicht legitim“, sagte er. Mit deutlichen Worten wies der Angesprochene diesen Vorwurf zurück.
Wolfgang Zohm bedauerte, dass die türkischen Mitbewohner den Guten Montag nicht besuchten, die türkischen Vereine sollten doch auch dazu eingeladen werden.
 
Christine Oldemeyer bat den Heimat- und Verschönerungsverein um die Einrichtung neuer Schautafeln mit aktuellen Adressen der Bueraner Gewerbetreibenden. Spontan entwickelte sie die Idee für den Märchenwald: „Jeder Meller Ortsteil kann doch Pate für einige Figuren werden.“
Friedel Redecker warb für die Unterstützung in der Betreuung einer jesidischen Familie und Kurt Kallert und Petra Heemann für die intensivere Sauberhaltung des Ortes sowie des Umfelds von Glasmüll- und Kleidercontainern.
 
Auf die Hochwassersituation an der Stüvestraße verwies Axel Hartwig in Richtung offenes Regenrückhaltebecken und „der neu eingerichtete Sandfang müsse aber auch gepflegt werden, damit er nutzt.“
Der Tittingdorfer Ortsbrandmeister Thomas Buermann lud zur offiziellen Einweihung des neues Feuerwehrhauses und zur Übergabe des neuen Löschfahrzeuges am 25. August ein und freut sich auf „die Predigt von Pastor Krahn aus dem Korb der Drehleiter“ am darauffolgenden Sonntag.

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