Orgel-Rarität in der Berger Lutherkirche wird saniert

33.000 Euro vom Bund

Sie freuen sich schon auf die anstehende Renovierung der Orgel in der Berger Lutherkirche: Bernd Diekherbers, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, Kirchenvorsteher Kurt Schmalfuß, Superintendent Hans Hentschel, Kirchenvorsteherin Ingrid Schlüter, Pastor Ar
Sie freuen sich schon auf die anstehende Renovierung der Orgel in der Berger Lutherkirche: Bernd Diekherbers, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, Kirchenvorsteher Kurt Schmalfuß, Superintendent Hans Hentschel, Kirchenvorsteherin Ingrid Schlüter, Pastor Ar
Die 110 Jahre alte Orgel in der Lutherkirche in Berge ist in der Region etwas Besonderes, wie der Orgelrevisor der Landeskirche Hannovers, Hartwig Brockes festgestellt hat. Damit das so bleibt, soll das Schmuckstück für bis zu 67000 Euro renoviert werden. Geld gibt es dafür auch vom Bund.

In dieser Woche nun stand in der Lutherkirche ein Treffen mit Superintendent Hans Hentschel, Pastor Arndt-Bernhard Müller, Mitgliedern des Berger Kirchenvorstandes sowie dem Bundestagsabgeordneten André Berghegger auf dem Programm. Er übermittelte in seiner Eigenschaft als Mitglied des Haushaltsausschusses des Bundestages offiziell eine wichtige Nachricht: Das Gremium habe zugestimmt, mehr als 33000 Euro für die Renovierung der Kirchenorgel bereitzustellen. Insgesamt stünden im Etat jährlich fünf Millionen Euro für Projekte zur Denkmalförderung zur Verfügung – eben auch für die Sanierung von erhaltenswerten Orgeln wie der in Berge, die seit 1984 in der Denkmalliste des Landes Niedersachsens aufgeführt ist.

Weitere 19800 Euro kommen noch von der Landeskirche Hannovers hinzu, wenn alle Verfahrensschritte für die Bewilligung des Geldes abgeschlossen sind. Auch der Kirchenkreis Bramsche ist bereit, Geld zu geben. Den dann noch fehlenden Betrag will die Kirchengemeinde selbst aufbringen – beispielsweise über Spenden. Bis Ende des Jahres muss die Renovierung in Angriff genommen sein, so die Fördervorgaben.

Altes Klangbild wieder herstellen
Die 33000 Euro vom Bund fühlten sich viel an und seien es auch, betonte Hans Hentschel in der Lutherkirche. Er freue sich, dass die Orgel nach einer ersten substanzerhaltenden Renovierung im Jahr 2000 nun weiter konserviert und restauriert werden könne. Es sei gut, dass der Bund die Kultur nicht vergesse, denn auch das sei die Berger Orgel – ein Kulturgut.

Mit dem Geld möchte die Kirchengemeinde nach Vorschlägen von Hartwig Brockes unter anderem die mechanische und pneumatische Tonsteuerung erneuern. Weiterhin ist geplant, die Windanlage zu überarbeiten, das Pfeifenwerk und die Spielhilfen zu reparieren. Auch gilt es, das ursprüngliche Klangbild der Orgel, die die Gebrüder Rohlfing aus Osnabrück 1907 gebaut haben, wiederherzustellen. Sie entspreche stilrein dem spätromantischen Klangideal seiner Zeit, wie Hartwig Brockes nach seiner Inspektion der Berger Orgel in einer Expertise anmerkt. Leider seien die meisten der spätromantischen Instrumente der Orgelbauerfamilie Rohlfing untergegangen. Dabei habe es sich überwiegend um qualitativ hochwertige und charakterstarke Werke mit ausgeprägtem Personalstil gehandelt.
 
Klimawandel setzt der Orgel zu
Umso erfreulicher ist der gute Zustand der Rohlfing-Orgel in Berge. Damit das auch so bleibt, ist nicht nur die technische Renovierung des Instrumentes notwendig. Auch Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung – Stichwort Holzbock – müssen ergriffen werden. Hier liefen derzeit Untersuchungen für die gesamte Kirche, wie der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Bernd Diekherbers, sowie Pastor Arndt-Bernhard Müller erläuterten. Die abschließenden Ergebnisse lägen aber noch nicht vor.
 
Weiterhin sei es angesichts des Klimawandels, der auch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit mit sich bringe, wichtig, die Lutherkirche richtig zu belüften. Viele Orgeln in Deutschland seien inzwischen von Schimmel befallen, so Bernd Diekherbers und Arndt-Bernhard Müller. Erster Schimmel zeige sich auch an der Berger Orgel. In der Lutherkirche sei deshalb inzwischen eine Lüftungsampel installiert worden. Sie zeige an, wenn die Türen und Fenster geöffnet werden müssten und wann sie besser geschlossen blieben.
Dank an die Ehrenamtlichen
All das zu regeln und auf den Weg zu bringen obliegt im Wesentlichen dem Kirchenvorstand. Auch aus diesem Grunde hob Hans Hentschel ausdrücklich die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit für die Kirche hervor. Dem konnte André Berghegger nur beipflichten. Er schätze ebenfalls das ehrenamtliche Engagement sehr.
Berge verließ er schließlich nach einer Stunde des Gesprächs mit einer Einladung. Er sei herzlich willkommen, wenn die renovierte Orgel mit einer kleinen Feier und neuem Klang in Betrieb genommen werde, erklärten die Kirchenvertreter unisono. André Berghegger freute sich darüber.

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